Folge 5: Wie moderne E-Autos Sonnenstrom speichern und zurückliefern

Das E-Auto wird zur mobilen Steckdose

Die einfachste Stufe:  Das E-Auto wird zur mobilen Steckdose. Anders als die übliche 12-Volt-Bordsteckdose liefert es über einen Adapter am Ladeanschluss oder eine eingebaute Schuko-Steckdose echten Wechselstrom mit ausreichend Leistung, um beispielsweise zuhause bei einem Stromausfall den Kühlschrank oder die Heizungspumpe weiter zu versorgen. 

Schon ausgereift ist die zweite Stufe: Das E-Auto beliefert bei Bedarf das eigene Haus mit Strom, wenn die Sonne nicht scheint. Das läuft heute schon zuverlässig, zum Beispiel bei den ID-Modellen von VW aber auch BMW, Renault und andere Hersteller bieten Lösungen an.

Die dritte, einigermaßen anspruchsvolle Stufe steckt gerade erst in den Startlöchern: Das E-Auto speist überschüssigen Strom sogar ins öffentliche Netz zurück und wird so zum eigenen kleinen Kraftwerk. Volkswagen hat als erster Anbieter ein Angebot für Privatkunden in Deutschland angekündigt, der Start ist für das vierte Quartal 2026 geplant. 

Wer bidirektional laden will braucht ein freigegebenes Auto und eine zertifizierte Wallbox. Es gibt Bidirektionale Wallboxen ab 750€ wie z.B. https://www.zaptec.com/de/ladeloesungen/privates-laden/zaptec-go-2

Dazu kommen 500 bis 1.200 € für den Elektroanschluss. Beschränkt auf Mehrfamilienhäuser gibt es seit April 2026 pro Wohnung einen Bundeszuschuss von bis zu 2.000€ für die bidirektionale Wallbox. Und es lohnt sich, denn kombiniert mit einer eigenen PV-Anlage spart eine bidirektionale Wallbox schätzungsweise bis zu 1.200 € im Jahr, die Investition wäre so in 3 bis 5 Jahren wieder eingespielt. 

Das E-Auto wird damit endgültig zum (zweiten) Stromspeicher im Haus. Neben der Batterie im Keller steht dann eine sehr viel größere auf vier Rädern.


Wenn Ihr schon daran mitwirkt, den Klimawandel aufzuhalten, will der Arbeitskreis Energie gerne mit einem Video davon berichten. Fragen und Anregungen an: henner@groeschner.de

 Text von Gerd Bettenwort