Bäcker- & Konditorgeselle auf der Walz besuchte das Rathaus Lohfelden

Seit 13 Jahren auf der Walz

Die Walz ist eine jahrhundertealte Handwerkstradition, bei der junge Gesellinnen und Gesellen nach ihrer Ausbildung für mehrere Jahre auf Wanderschaft gehen. Sie verlassen ihre Heimat, um ihr handwerkliches Können zu erweitern, neue Arbeitsweisen kennenzulernen, ihren eigenen Weg zu finden und vielfältige Eindrücke zu sammeln. 

Seit mittlerweile unglaublichen 13 Jahren ist Falk, dessen Nachname während der Walz keine Rolle spielt, auf Wanderschaft. Seine Reise führte ihn bereits durch verschiedene Länder – weniger, als ursprünglich erhofft, und doch immer mit einem Mindestabstand von 50 Kilometern zu seinem Heimatort Paderborn. Deutschland hat er von Flensburg bis Passau bereits bereist. Auch in Österreich und der Schweiz verbrachte er viel Zeit. In Frankreich blieb ihm aufgrund der Sprachbarriere der erhoffte Einblick in Land und Leute verwehrt. Rumänien steht dagegen noch auf seiner Reiseliste. 

Dass Wandergesellen unterwegs in unterschiedlichen Betrieben arbeiten, verschiedene Arbeitsweisen kennenlernen und dabei wertvolle berufliche wie persönliche Erfahrungen sammeln, gehört zum Wesen der Walz. Üblicherweise endet die Wanderschaft nach drei Jahren und einem Tag. Warum Falk mit seinen inzwischen 40 Jahren noch immer unterwegs ist? Für ihn sind es vor allem die besonderen, oftmals unvorhersehbaren Erlebnisse und die immer wieder neuen Möglichkeiten, die das Reisen so reizvoll machen. 

So sammelte er bereits Erfahrungen bei der Bäcker-Nationalmannschaft und begleitete einen Zirkus auf Reisen. Erst kürzlich unterstützte er zwei engagierte Frauen in der Anfangsphase beim Aufbau ihrer eigenen Bäckerei. Darüber hinaus brachte er eigene Rezepte in ein Backbuch ein. Begegnungen und Gelegenheiten, die zeigen, wie vielseitig und bereichernd das Leben auf der Walz sein kann. 

Bürgermeister Uwe Jäger begrüßte den Wandergesellen im Rathaus und nahm sich Zeit für einen persönlichen Austausch. Ein Besuch, der eindrucksvoll daran erinnert, wie lebendig jahrhundertealte Handwerkstraditionen bis heute sind. 

Mit den Wünschen für eine „fixe Tippelei“ und einem „rostigen Reisetaler“ verabschiedete der Rathauschef den weitgereisten Gast. Für Falk ging es anschließend weiter per Anhalter nach Hamburg. Dort wartet bereits am nächsten Morgen um 7 Uhr eine neue Aufgabe in einer Patisserie auf ihn. 

Wir wünschen Falk weiterhin eine erlebnisreiche Wanderschaft, viele spannende Begegnungen und stets eine gute Reise!