Energiepreis für Gebäudesanierung zum dritten Mal verliehen - Platz 3 ging nach Lohfelden
Menschen im Landkreis Kassel zeigen, wie es gehen kann
"In den Zeiten wo Wohnraum knapp ist und sich nur noch wenige einen Neubau leisten können, auf der anderen Seite auch globale Ereignisse uns bewegen, immer weniger abhängig von fossilen Energieträgern zu werden, welche importiert werden müssen, bin ich stolz auf unsere Menschen im Landkreis Kassel, dass diese zeigen wie es gehen kann!", so Thomas Ackermann, Dezernent für Umwelt und Klimaschutz. "Wieder einmal haben wir mit den Bewerbungen für unseren Energiepreis Best-Practice-Beispiele bekommen, wie die Gebäude, welche einen absoluten Großteil im Ein- und Zweifamilienhäuserbestand ausmachen, wirtschaftlich und ökologisch erfolgreich saniert werden können. Dieses sind Blaupausen für viele andere Hausbesitzer im Landkreis."
"Es ist erfreulich zu sehen, dass uns auch im dritten Jahr des Energiepreises wieder Bewerbungen erreicht haben. Das zeigt, dass die Bewohner des Landkreises sich weiterhin mit dem Thema Sanierung beschäftigen und vor allem auch in die Umsetzung gehen. Viele der eingereichten Projekte umfassen nicht nur einzelne Maßnahmen, sondern gleich das komplette Gebäude. Diese Bemühungen bringen jeden Einzelnen aber auch den gesamten Landkreis in Sache Klimaschutz voran", sagt Klimaschutzmanagerin Merle-Theresa Bartling.
Platz 1 geht an Heike Keßler-Wiegand aus Naumburg. Sie erhält ein Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro für ihr Projekt "vom landwirtschaftlichen Einfamilienhaus zum energetisch sanierten Mehrfamilienhaus". Bei dem um 1900 errichteten Gebäude wurden vier Wohneinheiten geschaffen, ein Lift installiert und das Dach erneuert. Keller und Auswände wurden gedämmt und eine Wärmepumpe sowie Wandheizung installiert. Außerdem wurde Lehmputz verwendet, eine PV-Anlage installiert und das Dach des Geräteschuppens begrünt. Bei dem Projekt setzten die Eigentümer, die den Großteil in Eigenleistung machten, auch auf die Nutzung vorhandener Materialien an anderer Stelle, beispielsweise wurden Backsteine als Bodenbelag genutzt.
Platz 2 und 1000 Euro Preisgeld gingen an Maximilian Linsau aus Breuna für die Aufstockung eines Einfamilienhauses mit Sanierung und Erweiterung. Bei dem Gebäude aus dem Jahr 1954 wurden eine PV-Anlage und Wärmepumpe installiert, die Fenster getauscht und weiterer Wohnraum durch einen Anbau über drei Etagen und eine Dachaufstockung geschaffen. Auch hier wurden Baumaterialien wiederverwendet, beispielsweise die Sparren des alten Dachstuhls. Zudem wurden Flächen entsiegelt und das Garagendach begrünt. Eine Regenwasserzisterne kommt ebenfalls zum Einsatz.
Platz 3 mit 500 Euro ging an Hannes Thiele aus Lohfelden für die energetische Kernsanierung einer Doppelhaushälfte aus dem Jahr 1926. Hier wurden eine Wärmepumpe sowie eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung installiert sowie die Heizkörper ausgetauscht. Die Fenster, Außen- und Innentüren sowie das Garagentor wurden ebenfalls ausgetauscht. Die Außenfassade, Kellerdecke und das Dach wurden gedämmt. Insgesamt konnte der Energieverbrauch um 90 Prozent gesenkt werden. Außerdem wurde barrierefreier Wohnraum geschaffen.
Die diesjährige Verleihung fand in einem besonderen Ambiente im Campus Center der Universität Kassel statt und wurde gemeinsam mit der Stadt Kassel in Kooperation mit deENet veranstaltet. Zu Gast war der Energiesparkommissar Carsten Herbert, der unter anderem berichtete, wie man Bestandsgebäude beispielsweise mit Wärmepumpen ausstattet. Mehr als 600 Gäste nahmen an der Veranstaltung teil.
Hintergrund Energiepreis
Mit dem Energiepreis soll der aktive Klimaschutz im Landkreis Kassel unterstützt werden. Dabei werden innovative Projekte mit Vorbildcharakter im Bereich energetische Sanierung von Bestandsgebäuden, die älter als 20 Jahre sind, unterstützt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Energieeinsparung bzw. -effizienz, der Reduktion von Treibhausgasemissionen oder den Ausbau erneuerbarer Energien. Die Umsetzung darf nicht mehr als fünf Jahre zurück liegen. Der Preis mit ist insgesamt 3.000 Euro dotiert, kann jedoch auf mehrere Bewerber aufgeteilt werden. Über die Vergabe entscheiden ein Expertengremium des Landkreises sowie Fachpartner aus der Region.
Mit folgenden Maßnahmen ist eine Bewerbung für den Energiepreis möglich:
- Fassade/Außenwand: Außendämmung, Innendämmung
- Dach: Dachdämmung, Dämmung der obersten Geschossdecke, Photovoltaik Boden und Keller: Kelleraußenwände, Kellerdeckendämmung
- Heizung: Heizung erneuern, Wärmepumpe, Solarthermieanlage installieren
- Lüftungsanlagen: Kontrollierte Wohnraumlüftung mit Sanierung
- Fenster: Austausch und Erneuerung
