Auftakt zur Gründung des Klimaschutzbeirats

Mit Beschluss der Gemeindevertretung vom 30.01.2020 wurde aufgrund des Antrages der Fraktion Bündnis 90 / die Grünen die Gründung eines Klimaschutzbeirates beschlossen. Über 50 Bürgerinnen und Bürger sowie Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker kamen aus diesem Grund am 5. November 2021 zur Auftaktveranstaltung zur Gründung eines Klimaschutzbeirats im Bürgerhaus Lohfelden zusammen. Nach der Begrüßung und Einführung von Bürgermeister Uwe Jäger stellte die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90 / Die Grünen, Miriam Würth-Kreševljak, den Antrag vor. Danach referierte der Leiter des Fachbereichs Bauen und Wohnen, Rolf Schweitzer, über die Maßnahmen rund um den Klimaschutz in Lohfelden. Der Leiter des Fachbereichs Finanzen und Bürger, Thorsten Bürgel, berichtete von den Klimaschutz-Aktivitäten der Lohfeldener Gemeindewerke. Sebastian Kupski, Sprecher der Lokalen Agenda Umwelt- und Naturschutz, erläuterte in seinem Vortrag die Notwendigkeit und Dringlichkeit von Klimaschutzmaßnahmen an verschiedenen Beispielen.

Blick in das Bürgerhaus Lohfelden mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Auftaktveranstaltung zur Gründung eines Klimaschutzbeirats, die sich am 5. November 2021 im Bürgerhaus Lohfelden trafen.


Bürgermeister Uwe Jäger begrüßte die Akteure im Bürgerhaus und betonte die Dringlichkeit, dem Klimawandel aktiv entgegenzuwirken. Als ein erstes Zeichen beteiligte sich die Gemeinde Lohfelden mit 500,00 € an der Spendenaktion von HessenForst. Für 5,00 € pflanzt der Landesbetrieb einen Baum, der in den ersten Lebensjahren versorgt wird. „Ich habe mit der zuständigen Leiterin der Behörde gesprochen, die dafür sorgen wird, dass Spenden aus Lohfelden ausschließlich in der Söhre eingesetzt werden. Wenn Sie also spenden möchten, finden Sie das Spendenkonto auf der Homepage der Gemeinde Lohfelden“, erklärte der Lohfeldener Verwaltungschef. Die Worte des amerikanischen Präsidenten Joe Biden beim kürzlich stattgefundenen Klimagipfel in Glasgow „Möge Gott den Planeten retten“ seien jedoch kontraproduktiv, so der Bürgermeister. „Wir alle müssen jetzt etwas tun und uns anstrengen, unsere Erde zu retten“, sagte er.

Bürgermeister Uwe Jäger begrüßte die Gäste und führte ins Thema ein.

Der Begriff und das Thema Klimaschutz werde seit drei Jahrzenten durch die Medien publiziert. „Doch fehlen uns bis heute konkrete, zukunftsfähige und umsetzbare Maßnahmen, die nicht nur das Bewusstsein, sondern ein entsprechendes Handeln, auch auf kommunaler Ebene, umsetzen. Nur der Wissenszuwachs oder auch ein Klimabewusstsein bringen keine Veränderungen. Dort, wo Menschen leben, Kinder und nachwachsende Generationen von uns lernen können, dort darf Klimaschutz nicht nur auf dem Papier existieren. Wir sind gefordert und auch verpflichtet, zu handeln. Alle, die Kommunen, die Gesellschaft und jede Einzelne und jeder Einzelne“, betonte Bürgermeister Uwe Jäger.

Fraktionsvorsitzende Miriam Würth-Kreševljak von Bündnis 90 / Die Grünen, deren Antrag zur Gründung eines Klimaschutzbeirates am 30.10.2021 von der Gemeindevertretung Lohfelden beschlossen wurde.

 Miriam Würth-Kreševljak stellte zunächst den Wortlaut des Antrags von Bündnis 90 / Die Grünen, der am 30.01.2020 von der Lohfeldener Gemeindevertretung beschlossen wurde, vor:

„Gemäß § 8c der HGO wird ein Klimaschutzbeirat gegründet und die entsprechende Satzung erstellt, die Folgendes regeln sollte:

  • Erarbeitung von Klimaschutzzielen der Gemeinde Lohfelden
  • Dauerhafte Fortschreibung und Kontrolle der Klimaschutzziele der Gemeinde Lohfelden
  • Besetzung des Beirates und Mitwirkungsbefugte
  • Regeln der Mitwirkung in den Gemeindegremien“

Sie betonte, dass die Vielfalt der unterschiedlichen Ideen, die im Klimaschutzbeirat mit intensivem Engagement erarbeitet würden, den Horizont erweitern und die Grundlage für politische Entscheidungen bilden sollen. „Hier gilt, dass nicht viele Köche den Brei verderben, sondern das Knowhow der zahlreichenden Mitarbeitenden die Suppe schmackhafter machen“, erklärte sie abschließend.

Rolf Schweitzer, der Leiter des Fachbereichs 3 Bauen und Wohnen, hatte für seinen Vortrag „Lohfeldens Leuchttürme seit 1993“ zusammengestellt.

Rolf Schweitzer, der Leiter des Fachbereichs Bauen und Wohnen, hatte für seinen Vortrag „Lohfeldens Leuchttürme seit 1993“ zusammengestellt. 1995 bis 2018 gab es von der Gemeinde Lohfelden ein eigenes Förderprogramm für Maßnahmen zum Klimaschutz und zum Einsatz regenerativer Energien mit regelmäßiger Fortschreibung. Ständig angepasst wird der Verkehrsentwicklungsplan. Am 28.05.2009 erfolgte der Beschluss zur Energiewende Lohfelden 2030 mit dem Ziel, dass sich die Gemeinde bis zum Jahr 2030 vollständig mit erneuerbaren Energien versorgen will. Das Ziel soll durch Reduzierung des Energieverbrauchs, Einsatz innovativer und effizienter Technologien und nachhaltige Nutzung aller heimischen Ressourcen erreicht werden. 2010 wurde die Charta „100 Kommunen für den Klimaschutz“ unterzeichnet und 2012 erfolgte der Beschluss des 2009 bis 2010 erarbeiteten Klimaschutzkonzeptes der Gemeinde Lohfelden. Von 2013 bis 2017 waren nacheinander drei Klimaschutzbeauftragte im Rahmen der Klimaschutzförderung des Bundes im Rathaus Lohfelden tätig, die sich mit offensiver Öffentlichkeitsarbeit, Klimaschutz-Messen, Vorträgen in Schulen und Kindertagesstätten sowie Beteiligungsprojekten für den Klimaschutz in Lohfelden engagierten.

Der Leiter des Fachbereichs 2, Thorsten Bürgel, erläuterte die Klimaschutz-Aktivitäten der Lohfeldener Gemeindewerke in Bezug auf Biogas und Windkraft.

Als bereits umgesetzte Maßnahmen zählte der Bauamtsleiter beispielhaft folgende Projekte auf. Seit 2005 wird die energiesparende Umrüstung von Straßenbeleuchtung (von HQL zu NAV und dann zu LED) vorangetrieben. 2009 erfolgte der Neubau der Gemeinde- und Schulbücherei mit hohem energetischen Standard. Laufend werden Photovoltaik- und solarthermische Anlagen auf gemeindeeigenen Liegenschaften errichtet, u.a. auf dem Nordhessenstadion im Jahr 2010, die durch die Gemeindewerke betrieben werden. Seit 2012 wird Biogas aus Abfall durch die ebenfalls von den Gemeindewerken betriebenen Blockheizkraftwerke - in Kooperation mit dem Landkreis Kassel - erzeugt. Ab 2013 wurde im letzten Abschnitt des Siedlungsschwerpunktes Lindenberg die „Passivhaussiedlung“ umgesetzt. Seit 2014 wird an dem Konzept des aktiven Hochwasserschutzes gearbeitet. Erste Maßnahmen zum Hochwasserschutz, wie Renaturierungs-Maßnahmen im Fahren- und Wahlebach oder die Errichtung von Regenrückhaltebecken, wurden bereits umgesetzt. Seit 2016 haben sich die Gemeindewerke Lohfelden an verschiedenen Windkraftprojekten beteiligt.

Der Leiter des Fachbereichs 2, Thorsten Bürgel, erläuterte die Klimaschutz-Aktivitäten der Lohfeldener Gemeindewerke in Bezug auf Biogas und Windkraft.

Thorsten Bürgel, Leiter des Fachbereichs Finanzen und Bürgel und kaufmännischer Betriebsleiter der Gemeindewerke, berichtete von dem Engagement der Gemeindewerke Lohfelden als Tochterunternehmen der Gemeinde Lohfelden im Bereich der regenerativen Energien. Zum einen beteiligt sich die Gemeinde Lohfelden intensiv an Windenergieanlagen und Photovoltaikanlagen. Zum anderen betreiben die Gemeindewerke mehrere Blockheizkraftwerke, die das in der Biogasanlage Vollmarshausen des Landkreises Kassel erzeugte Biogas nutzen. Das Biogas wird über eine Gasleitung ins Zentrum von Lohfelden geleitet, wo öffentliche Gebäude über Blockheizkraftwerke angeschlossen und mit Wärme versorgt werden. Die Kraft-Wärme-Koppelungsanlagen erzeugen zusätzlich elektrische Energie, die ins Netz eingespeist wird. Thorsten Bürgel berichtete über die gesamten Strom-Einspeisemengen der Gemeindewerke und machte deutlich, dass man damit 157 % des Strombedarfs privater Haushalte in Lohfelden abdecken könne. Außerdem führen die Gemeindewerke ein DIN-zertifiziertes Energiemanagement in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut und der Firma Limon GmbH aus Kassel ein.

Sebastian Kupski, Sprecher der Lokalen Agenda Umwelt- und Naturschutz, machte in seinem Vortrag die Notwendigkeit und Dringlichkeit von Klimaschutzmaßnahmen an verschiedenen Beispielen deutlich. 

 Sebastian Kupski, Sprecher der Lokalen Agenda Umwelt- und Naturschutz, veranschaulichte in seinem Vortrag die Notwendigkeit und Dringlichkeit von Klimaschutzmaßnahmen anhand einer Grafik zu Erderwärmung von 1881 bis 2019. „Wir müssen beim Klimaschutz unbedingt mehr Gas geben“, betonte er und begrüßte die Gründung eines Klimaschutzbeirates in Lohfelden. Durch den projizierten Klimawandel werden regionale Veränderungen auftreten. Dadurch kommt es zukünftig vermehrt zu Extremen (Hitze und Starkregen). Welche Schäden dies auslösen werde, sähe man schon heute an Hochwasserereignissen wie in Vollmarshausen oder auch im Ahrtal. „Wir müssen unser Handeln in zwei Bereichen dringend umstellen: 1. Den Klimaschutz ernstnehmen: jeder einzelne muss Treibhausgase einsparen durch eine Veränderung im Verhalten (Mobilität und Ernährung), bei der Mobilität (mehr Rad und Bus) und bei dem Energieeinsatz (Häuserdämmen und Solarstrom erzeugen). 2. Müssen wir uns an die Veränderungen anpassen. Die Extreme werden intensiver, häufiger und in der Dauer länger. Um Lohfelden auch in Zukunft lebenswert zu erhalten sind diese Bemühungen unumgänglich und sofort umzusetzen“, betonte Kupski. 

Auftakt zur Gründung des Klimaschutzbeirats Lohfelden

Für diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist ein Gremium erforderlich, welches sich mit einer gut aufgestellten Unterstützung und Beteiligung auf den Weg macht, alles Mögliche zu tun, um Lohfelden mit seinen Bürgerinnen und Bürgern für die Zukunft zu stärken. Diese entscheidende Zukunftsaufgabe kann eine Kommunalverwaltung und die politischen Gremien einer Gemeinde nicht ohne Unterstützung umsetzen. Für den nötigen Sachverstand braucht es motivierte ehrenamtliche Akteure, denn nur gemeinsam kann diese Zukunftsaufgabe angegangen und Ziele erreicht werden.

Im Anschluss an die Vorträge teilten sich die Teilnehmenden nach ihren Kenntnissen und Interessen in Arbeitsgruppen zu folgenden sechs Themenfeldern auf.

  • Natur
  • Mobilität
  • Gewerbe und Handwerk
  • Energie
  • Landwirtschaft
  • Akzeptanz, Bildung und Kommunikation

Bis zum Ende 2021 werden sich die jeweiligen Interessengruppen treffen, um erste Ideen zu sammeln und Ziele zu formulieren. Außerdem werden jeweils drei Mitglieder aus jeder Arabeitsgruppe für den zukünftigen Klimaschutzbeirat, darunter ihre Sprecherin oder ihr Sprecher, benannt werden. Die Ergebnisse der Arbeitssitzungen werden in den Sitzungen des Klimaschutzbeirats vorgestellt und Anregungen zur Umsetzung vorgeschlagen. Die konstituierende Sitzung des Klimaschutzbeirats soll Anfang 2022 erfolgen. Bis zu diesem Zeitpunkt können bereits Arbeitssitzungen aller sechs Gruppen erfolgt sein und erste Ziele und Maßnahmen offensiv beworben werden.

Die Arbeitsgruppe „Natur“.

Die Arbeitsgruppe „Natur“.

Die Arbeitsgruppe „Gewerbe und Handwerk“

Die Arbeitsgruppe „Mobilität“.

Die Arbeitsgruppe „Gewerbe und Handwerk“

Die Arbeitsgruppe „Gewerbe und Handwerk“

Die Arbeitsgruppe „Energie“.

Die Arbeitsgruppe „Energie“.

Die Arbeitsgruppe „Landwirtschaft“

Die Arbeitsgruppe „Landwirtschaft“

Die Arbeitsgruppe „Akzeptanz, Bildung und Kommunikation“.

Die Arbeitsgruppe „Akzeptanz, Bildung und Kommunikation“.

Bürgermeister Uwe Jäger bedankte sich bei den über 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern für Ihr Interesse und Ihr Handeln für ein klimafreundliches Lohfelden.

Baumspende für die Söhre

GEMEINSAM AKTIV GEGEN DEN KLIMAWANDEL - Wenn auch Sie unseren Wald in Bezug auf den Klimawandel unterstützen möchten, für 5 Euro pflanzt Hessen Forst „Ihren“ Baum in der Söhre!  Zur Auftaktveranstaltung der Gründung eines Klimaschutzbeirates in Lohfelden am 5. November im Bürgerhaus Lohfelden sendete Bürgermeister Uwe Jäger ein zukunftsweisendes Signal. „Mit der Spende von 100 Bäumen an Hessen Forst, die in der heimischen Söhre gepflanzt werden, kann ein kleiner Beitrag zur Abmilderung des Klimawandels realisiert werden. Bitte lesen Sie weiter, wenn auch Sie für "Ihren" Baum in der Söhre spenden möchten...

EIN BAUM DECKT DEN SAUERSTOFFBEDARF FÜR 20 MENSCHEN!

Wir beklagen zunehmende Hochwassermengen aus dem geschädigten Waldgebiet der Söhre, die das Ausmaß der Zerstörungen im Gemeindegebiet bei Starkregenereignissen in die Höhe treiben. Die Spende dient der Regeneration des Waldes, damit dieser seine Klimaschutz- und Wasserrückhaltefunktion wiedererlangen kann.

Wenn Sie für "Ihren Baum" in der Söhre spenden möchten:

Gemeinde Lohfelden
IBAN: DE12 5205 0353 0208 0006 08
Verwendungszweck: „Baumspende“, Vorname/Nachname

Die Gemeindekasse Lohfelden (Tel.: 0561 51102 49 und 50, E-Mail: gemeinde@lohfelden.de)  stellt Ihre Spendenquittung aus.