„Meister Jakobs Erben“ zur 1000-Jahr-Feier

Drei wunderbare Aufführungen in der Kirche

Das einst von Alexander Herwig geschriebene Theaterstück „Meister Jakobs Erben wurde zum 1000-jährigen Geburtstag Vollmarshausens am 28., 29. und 30. Juni 2019 wieder auf die Bühnenbretter – diesmal in der Kirche Vollmarshausen - gebracht. Über 1000 Zuschauerinnen und Zuschauer waren auch diesmal von diesem Dorfschwank ebenso begeistert, wie die Besucherinnen und Besucher der Vorstellungen, die bereits zu den Vollmarshäuser Jubiläen in 1969 zur 950-Jahr-Feier und 1994 zur 975-Jahr-Feier aufgeführt wurden.

Das Stück dreht sich um Johann Jakob Lagemann, der Müller aus der Vollmarshäuser Obermühle, der sich im 17. Jahrhundert neben dem Mahlen von Getreide auf die Fertigung von Jagdflinten spezialisiert hatte. Dies gelang ihm so gut, dass diese als Jagdwaffen unter dem Begriff “Hessen Casseler Müllerbüchsen” alsbald sogar von europäische Herrscherhäusern nachgefragt wurden. Nach dem Ableben des Büchsenmachers gab es Streit um die Fortführung seines Werkes. Und genau da steigt das Bühnenstück “Meister Jakobs Erben” in die dramaturgisch mit sehr lebhaften Charakteren aufgeladene Geschichte ein. Aufgeführt wurde dieser höchst amüsante Dorfschwank mit großem Erfolg bereits zu den Vollmarshäuser Jubiläen 950 und 975 Jahre.

Das schon vor 25 Jahren bewährte Gespann Damian Hahner (Regie und Gesamtleitung) und Horst Bubenik (Organisation) hatten sich auch diesmal wieder bereit erklärt, die federführenden Aufgaben zu übernehmen. Genauso beeindruckend war die Tatsache, dass drei der Schlüsselrollen des Stücks erneut mit genau den Laiendarstellern besetzt waren, die bereits in 1994 das Publikum zu Lachsalven oder zum Stirnrunzeln hingerissen hatten. So schlüpften Helga Lohrbach und Ernst Schäfer noch einmal in die Rollen der redseligen Haushälterin Malwine und des skurrilen Ortsdieners Georg Gonnermann. Diese beiden “Legenden” sprachen ihre Rollen in schönstem Vollmarshäuser Platt. Eher das Amtsdeutsch des 18. Jahrhunderts pflegte hingegen Günter Söllner, der damals den Waffenmeister Nähler aus Sachsen-Anhalt mimte und diesmal den knurrigen Bürgermeister Christian Biedermeister verkörperte.

Die Mitwirkenden

Mitwirkende waren Anna-Lena Wahley als Witwe Anna Dorothea Glaeser, Harald Wolf als Hans Kaspar Naehler, Waffenmeister aus Dessau-Anhalt, Günther Söllner als Christian Biedermann, Bürgermeister Vollmarshausen, Wilfried Kehl als Arnold Allmeroth, 1. Schöffe, Ingo Hartung als Emil Esser, 2. Schöffe, Michael Friedrich als Berhold Kugler, Waffenmeister aus Dresden, Klaus Michel als Johannes Schütz, Jagdaufseher aus Dresden, Pia Bischoff als Cornelia – Nelly – Schütz, Tochter des Jagdaufsehers, Christian Müller als Jost Kornrumpf, Altgeselle, Ernst Schäfer als Ortsdiener Georg Gonnermann, Helga Lohrbach als Haushälterin Malwine, Tobias Geismann als Kantor und Horst Nähler als Ortspfarrer von Vollmarshausen. Als Souffleuse fungierte Lydia Blumenstein. Die Blumenkinder kamen aus der FSK Vollmarshausen und Familie Geismann sorgte für die Musik. Hinter den Kulissen kümmerte sich Regina Hopf um Kostüme, Requisiten und Ticketing. Sonja Wolf, Petra Buttlar, Katja Schmidt und Kirsten Igwerks waren für die Maske zuständig. Jutta Hartung, Jürgen Bartsch, Karl-Heinz Jungfleisch und Hartmut Linke erstellten das Bühnenbild. Hubert Schneider, Claudius Kruse, Lars Kämpfer, Michael Hartung und Udo Ewald erledigten den Bühnenbau. Patrick Ewald betreute die Technik und Beleuchtung. Anna Kaiser und Bernd Kaiser waren für Grafik und Werbung verantwortlich. Host Bubenik übernahm die Gesamtorganisation und die die Evangelische Kirchengemeinde Vollmarshausen sorgte für die Bewirtung.

Am Ende jeder Aufführung gab es „Standing Ovations“ vom begeisterten Publikum. Zur großen Freude des Ensembles waren zur ersten Aufführung auch Laienschauspieler*innen der früheren Aufführungen gekommen. Annemarie Lange spielte vor 50 Jahren die Malwine und Albert Wenzel verkörperte vor 50 Jahren den Ortsdiener Georg Gonnermann.

Fotos: Heinz Ebrecht

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